Philipp Gemsa ist bei Schalke der Mann für alle Bälle

Volle Kraft voraus: Philipp Gemsa hat den Sprung in die erste Mannschaft der Schalker Handballer schon als A-Jugendlicher geschafft. Foto: Biene Hagel Volle Kraft voraus: Philipp Gemsa hat den Sprung in die erste Mannschaft der Schalker Handballer schon als A-Jugendlicher geschafft. Foto: Biene Hagel

WAZ

Gelsenkirchen. Philipp Gemsa hat bei den Schalker Handballern einen großen Sprung geschafft. Der A-Jugendliche hat einen Stammplatz in der „Ersten“.

 

Vor der Saison hatte Philipp Gemsa noch keinen Stammplatz bei den Verbandsliga-Handballern des FC Schalke 04 im Auge. Als A-Jugendlicher trainierte er zwar wie schon in der Saison davor bei der „Ersten“ mit, aber seine Position im Rückraum war mit Jens Rosenbaum gut besetzt.

 

Doch Rosenbaum war einer der ersten Stammspieler der Handballer, die sich in dieser Saison schwer verletzten. Nach seinem Knorpelschaden im Knie hat er seit Monaten nicht mehr spielen können.

 

„Es tut mir unglaublich leid für alle die, die sich verletzt haben“, sagt Philipp Gemsa. „Aber was sollte ich machen? Es war meine Chance, also bin ich eingesprungen.“

 

Und wie. Mit seinen Toren aus dem Rückraum hat er zuletzt mehrere Spiele aus dem Feuer gerissen. Nur: Der 19-Jährige will immer spielen und mag es überhaupt nicht, wenn Trainer Sebastian Hosenfelder ihn für eine Pause vom Feld holt. „Nachher weiß ich dann, dass es richtig ist, mal rauszugehen“, sagt Philipp Gemsa. „Aber in dem Moment fällt es mir dann doch immer wieder schwer.“ Der Trainer nickt mit Verständnis: „Kann ich nachvollziehen, aber das muss er eben auch lernen.“

 

Hosenfelder hat den Rückraumspieler, der vielseitig einsetzbar ist und in fast allen Fällen einspringen kann, schon vier Jahre lang in der Schalker Jugend trainiert. Daher kennt Hosenfelder das Potenzial des 19-Jährigen und ist überzeugt von dessen Können. „Wenn er bei uns im Verein bleibt, dann bin ich sicher, dass er in einigen Jahren als Kopf die Mannschaft lenken kann“, so der Coach.

 

So weit ist es aber noch nicht. Wenn mal der Schlüssel zur Umkleidekabine oder ein paar Bälle fürs Training fehlen, muss einer los, um die Sachen zu holen: Das macht traditionell immer der Jüngste im Team, also ist Gemsa ziemlich oft unterwegs. Aber er lacht: Macht ihm nichts aus.

 

Ernst wieder er nur bei einem anderen Thema: Dem möglichen Aufstieg. „Wir sind so kurz vor unserem Ziel“, findet er. „Jetzt wollen wir auch rauf in die Oberliga!“

19.05.2017