Schalke siegt und erobert die Tabellenspitze zurück

Jérôme Barth bei seinem ersten Einsatz in der Saison erzielt gleich 5 Tore Jérôme Barth bei seinem ersten Einsatz in der Saison erzielt gleich 5 Tore

WAZ

Haltern am See.  Die Schalker Handballer sind wieder Tabellenführer. Mit dem 18:17-Sieg in Haltern eroberten sie die Spitze der Verbandsliga zurück.

 

Tauchen wir ein mitten in die Handball-Glückseligkeit: Der FC Schalke 04 ist zurück an der Verbandsliga-Spitze, hat vor einer Kulisse von 700 Zuschauern den HSC Haltern-Sythen in dessen Halle entthront. Die Männer in den weißen Trikots, sofern sie diese überhaupt noch tragen, strahlen. Sie feiern ihren hochverdienten 18:17 (9:6)-Erfolg. Und Jérôme Barth sieht aus, als seien sogar ein paar Tränchen über seine Wangen gekullert.

 

Ob der großen Personalnot hatte Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder dem Routinier zum ersten Saisoneinsatz in der ersten Mannschaft verholfen. Was dann folgte, war ein beeindruckendes Dankeschön des 36-Jährigen. Und als er schweißgebadet neben seinem herausragenden Keeper Sven Erzfeld stand, stellte sich die Frage, wer von diesen beiden denn nun der Matchwinner war. „Der Jérôme“, sagte Sven Erzfeld. „Die Mannschaft“, konterte der fünfmalige Torschütze.

 

Auch Sebastian Hosenfelder entschied sich schließlich für „die Mannschaft“. Und er erzählte dann, was alle gesehen hatten. Dass die erstmals in dieser Saison fabrizierte 5:1-Abwehr ausgezeichnet funktioniert hatte. Zumal dahinter Sven Erzfeld dank seines herausragendes Stellungsspiels sein Übriges dazu beigetragen hatte, dass die Halterner Rückraum-Spieler reihenweise verzweifelt waren. „Wir haben ohne fünf gespielt. Das war aus der Not heraus geboren“, erzählte der Schalker Coach und war glücklich, dass sein Rezept gewirkt hatte. „Dadurch mussten die Halterner Außen sehr viel werfen, und sie haben nicht alles getroffen.“ Ein Schmunzeln konnte sich Sebastian Hosenfelder bei diesem Satz nicht verkneifen.

 

Ganz so einig waren sich die Schalker nach ihrem Triumph dann aber doch nicht. Plötzlich kam Frederic Hentschel angerannt, der in der 51. Minute nach einem Foul an Tim Strotmann die Rote Karte gesehen hatte. „Haltern mag das bessere Team haben, dafür haben wir den besseren Trainer“, rief der Kreisläufer. Das, was sie nämlich zuvor gelesen hatten, hatte die Schalker noch ein bisschen mehr motiviert. „Wir gewinnen, weil wir die bessere Mannschaft sind“, hatte HSC-Coach Klaus Steinkötter im Gespräch mit der Halterner Zeitung gesagt.

 

Die Antwort der Schalker Handballer war Leidenschaft pur, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Okay: Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Angriffsspiel haperte, allerdings auch auf der anderen Seite, so dass die souveränen Oberliga-Schiedsrichter Mustafa Ayhan und Christian Vorndamme den rechten Arm fürs Anzeigen passiven Spiels häufiger heben mussten als nach Torerfolgen. Doch diese Deckungsleistung neben, vor und hinter Abwehrchef Matthias Bober, die war schon grandios.

 

„Wir haben so gespielt, wie es der Trainer verlangt hat“, berichtete Jérôme Barth, dem es dann auch vorbehalten gewesen war, mit seinem fünften Treffer den Schalter wieder auf Tabellenführung zu stellen. Er traf zum 18:16. Zwar gelang Julian Schrief mit seinem einzigen Tor noch das 17:18 für den HSC, doch der zwölfte Saisonsieg der Schalker geriet nicht mehr in Gefahr.

 

Und damit ist das Tor zur Oberliga aufgestoßen? „Glaube ich nicht“, meinte Trainer Sebastian Hosenfelder. „Ganz minimal“, sagte immerhin Sven Erzfeld. Zwei Punkte könnten die Schalker jetzt sogar noch problemlos abgeben, weil sie den direkten Vergleich nach dem 28:26 im Hinspiel gewonnen haben. „Wollen wir aber nicht“, sagte der 30-Jährige und lächelte.

 

FC Schalke 04: Sven Erzfeld, Fabian Sinkovec; Felix Busjan 3 Max Gill, Nils Beyer 1, Rosen Kolev 3, Frederic Hentschel 3, Philipp Gemsa 3, Mathias Bober, Jérôme Barth 5, Anouar Fritzenwanker, Fin Sauerland, Leon Rembrink, Kay Kemper.

 

Andree Hagel, 19.02.2017
 
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