Schalke siegt im Hinspiel und sieht noch Luft nach oben

Rosen Kolev im Anflug: Der Schalker Rückraumspieler erzielte beim Sieg gegen Möllbergen sechs Treffer für die Königsblauen. Foto: Joachim Kleine-Büning Rosen Kolev im Anflug: Der Schalker Rückraumspieler erzielte beim Sieg gegen Möllbergen sechs Treffer für die Königsblauen. Foto: Joachim Kleine-Büning

WAZ

Gelsenkirchen. Schalkes Handballer haben das Hinspiel um den Oberliga-Aufstieg 26:25 gegen Möllbergen gewonnen. Für das Rückspiel sehen sie Luft nach oben.

 

Es war ein heißes Spiel. So heiß, dass schon zehn Minuten vor Beginn das Bier im Kiosk der Sporthalle an der Mühlbachstraße alle war. Doch die Schalker Helfer lösten das Nachschub-Problem innerhalb von Minuten. Im Hinspiel um den Aufstieg in die Oberliga waren die Hürden dann höher. Die Handballer des FC Schalke 04 schlugen den TuS 09 Möllbergen zwar nach einem packenden Kampf mit 26:25 (13:15), doch ob das im Rückspiel am kommenden Samstag in Porta Westfalica zum Sprung nach oben reicht?

 

Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder ist optimistisch. „Wir haben noch Luft nach oben“, sagt er. „Emotional war es ein Spiel an der Grenze. Ich hoffe, wir können das noch einmal abrufen. Aber handballerisch können wir es besser.“

 

Die Schalker brauchten vor rund 500 Zuschauern auf den vollen Tribünen ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden und um ihren Respekt vor den Gästen abzulegen. Die Partie ging hin und her, und zur Pause lagen die Schalker mit 13:15 hinten.

 

Nicht der Anfang vom Ende, sondern der Beginn einer verrückten, faszinierenden zweiten Halbzeit. Mit einem Kunstwurf gelang Kreisläufer Freddy Hentschel kurz nach der Pause der Ausgleich zum 15:15. Er war beim Sprung in den Kreis abgeblockt worden, lag mit dem Rücken nach unten in der Luft und brachte den Ball irgendwie noch beim Fallen mit der rechten Hand im Tor unter.

 

Ein Signal, zumal die Schalker beim 20:20 auch ihren Torwart wechselten. Sven Erzfeld hatte bis dahin nicht seinen besten Tag erwischt. Also kam Fabian Sinkovec, und der Ur-Schalker hielt sein Team mit starken Paraden im Rennen. Dazwischen feuerte er immer wieder das Publikum an, es wurde immer lauter in der Halle.

 

Und dann zog Hosenfelder seinen großen Taktik-Joker. Er hatte sieben seiner Auswechselspieler nicht auf der Ersatzbank platziert, sondern gegenüber auf der Tribüne. So musste er niemanden in den Spielbericht eintragen und konnte nach Bedarf die Position füllen, die ihm gerade fehlten. Nach und nach kamen immer neue Schalker von der Tribüne zur Bank und von dort dann ins Spiel. Möllbergen wusste damit gar nichts anzufangen und verlor den Überblick.

 

Schalke führte in der 50. Minute 24:22 und musste den Sack nur noch zumachen. Doch erst Rechtsaußen Felix Busjan und dann der starke Rosen Kolev vergaben zwei Siebenmeter in Folge. Als dann auch noch Jerome Barth einen Tempogegenstoß verstolperte, fing sich Möllbergen wieder.

 

Schalkes Abwehrchef sah in der 55. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte und musste auf die Tribüne, Philipp Gemsa handelte sich ebenfalls in die Schlussphase noch eine Zeitstrafe ein, und so kam Möllbergen auf 25:26 heran. „Hoffentlich tun uns diese paar Minuten am Ende nächsten Samstag nicht noch richtig weh“, so Hosenfelder.

 

Schalke: Erzfeld, Sinkovec, Gemsa (5), Beyer (1), Gill (1), Heming (3), Busjan (6), Hentschel (3), Bober, Kolev (6), Bicker, Marcinowski (1), Linke, Barth.

 

Ralf Birkhan, 21.05.2017